Vortrag: Postkoloniale Geographien

Vortrag: Postkoloniale Geographien

Kaum eine wissenschaftliche Disziplin ist so eng mit dem Kolonialismus verbunden wie die Geographie. Sie diente der Unterdrückung der ehemaligen, deutschen ‚Schutzgebiete‘ durch wissenschaftliche Legitimierungen genauso, wie sie durch das Kartografieren an der Erschließung mitwirkte. Der Verantwortung einer Aufarbeitung des kolonialen Erbes konnte die Geographie bis heute aber nur bruchstückhaft gerecht werden. Zugleich liegen in der postkolonialen Theorie auch Chancen für die geographische Forschung zu Fragen der Umweltgerechtigkeit, Migration und Sozialen Ökologie. Ausgehend von der Kolonialgeschichte der Geographie soll der Bogen zum Themenkomplex postkoloniale Klimapolitik geschlagen werden, um aufzuzeigen, dass die Aufarbeitung der Geschichten in einem unmittelbaren Zusammenhang zu aktueller Forschung und Lehre steht.

Programm

16:00 – 16:30 Begrüßung
16:30 – 17:30 Kolonialgeschichte der Geographie Dr. Carsten Gräbel
17:30 – 18:00 Pause
18:00 – 19:00 Postkoloniale Klimapolitik Dr. Sybille Bauriedl

Referent_innen

Sybille Bauriedl:

ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geographie der Universität Bonn. Sie arbeitet zu europäischen Metropolen im Kontext ökonomischer Globalisierung und globaler Umweltveränderungen in Kombination mit ihren Forschungsschwerpunken in der Geschlechterforschung, der Politischen Ökologie und der internationalen Klimapolitik.

Dr. Carsten Gräbel:

ist Diplom-Geograph aus Tübingen, promovierter Historiker und Autor des Buchs „Die Erforschung der Kolonien – Expeditionen und koloniale Wissenskultur deutscher Geographen, 1884-1919“