Themenabend: Geographische Perspektiven auf die neue Rechte

Themenabend: Geographische Perspektiven auf die neue Rechte

28.06.2018 | 18 Uhr | Paradox | Vorträge von Dr. Thomas Bürk und Prof. Dr. Horst-Alfred Heinrich

Am Donnerstag, 28.06. (18h) veranstalten wir im Paradox einen Themenabend zu „Geographische Perspektiven auf die Neue Rechte“. Sprechen werden Horst-Alfred Heinrich (Universität Passau) und Thomas Bürk (Universität Bonn). Danach ist natürlich noch viel Zeit zum diskutieren.

Horst-Alfred Heinrich (Universität Passau)
Unzweifelhaft haben weite Teile der Neuen Rechten klare räum-liche Vorstellungen davon, was das Wir und die Anderen betrifft. Letztere werden als Fremde nicht per se aus rassistischen Motiven abgelehnt, doch ist in diesem Teil des politischen Spektrums die Vorstellung Gemeingut, Ausländer hätten „bei uns“ nichts zu suchen. Es bleibt aber die Frage, warum solche Tendenzen auf Resonanz stoßen. Horst-Alfred Heinrich nähert sich dem Thema aus der Perspektive der Theorie sozialer Identität an und fragt danach, inwieweit Kategorisierungs-prozesse nicht generell zu Ausgrenzung führen können.

Thomas Bürk (Universität Bonn)
Debatten um die Ursachen und den richtigen Umgang mit den Erfolgen der Neuen Rechten sind seit einigen Monaten auch in der Politischen Geographie angekommen. Das ist erfreulich, ignoriert aber frühere Debatten, die meist am Rande der Disziplin geführt wurden. Die Auseinandersetzung mit historischen Kontinuitäten und Brüchen in der Geschichte der Geographie blieb immer relativ marginal. Insbesondere die Politische Geographie und Geopolitik waren in ihrer Geschichte aber mit völkisch-rassistischen und kolonialen Ideologien durchtränkt. Sie lieferte nicht nur die Schulbücher und inhaltlichen Analysen, sondern auch das professionelle Personal für die Umsetzung dieser Ansätze. Um die Politische Geographie der Alten und Neuen Rechten zu vertiefen, widmet sich Thomas Bürk daher dem Imaginations- und Forschungsschatz der alten Geographie, ihren Protagonist*innen und Konzepten. Nur so können Residuen autoritärer, völkischer und essentialisierender Ansätze hervorgehoben und kontextualisiert verarbeitet werden.