Jochen Burger

Wie ist eine Demokratisierung gesellschaftlicher Naturverhältnisse ‚von unten‘ möglich?

Im Mittelpunkt steht die Regulation der gesellschaftlichen Naturverhältnisse als dialektisches Verhältnis zwischen Gesellschaft und Natur und die marxistische Kritik an der Auslegung dieses Verhältnisses im Sinne einer rein ökonomischen Aneignungsweise. Im Anschluss an den historischen Materialismus wird Natur als eine vergesellschaftliche, soziale Natur verstanden und insofern werden auch immer herrschafts- und machtbeziehungen in das dialektische Verhältnis zwischen Natur und Gesellschaft eingeschrieben. Der Klimawandel ist daher vor allem ein Problem der Auslegung dieses Verhältnisses. Um eine soziale und ökologisch gerechte Transfomation von einer fossilen zu einer wirklich nachhaltigen Gesellschaft und Lebensweise zu vollziehen, bedarf es daher einer ‚Demokratisierung der gesellschaftlichen Naturverhältnisse‘, die es allen Meinungen und Menschen und deren Alternativen ermöglicht am umkämpften Feld des ‚Umweltwissens‘ zu partizipieren und über die Form der Naturaneignung mitzubestimmen. Diese Demokratisierung kann ‚von oben‘ also von (staatlichen) Institutionen und Diskursen und/oder eben ‚von unten‘ durch akteursbezogenes Handeln und (zivilgesellschaftilche) soziale Bewegungen erfolgen. Am rheinischen Braunkohlewiderstand (und auch in der Lausitz) ist deutlich zu erkennen, dass eine Demokratisierung von unten oft mit staatlicher Repression verbunden ist.

Welche Formen der Demokratisierung der gesellschafltichen Naturverhältnisse gibt es also in der Theorie und in der Praxis? Welche Formen eignen sich am besten um möglichst viele Menschen zur Partizipation an dem Demokratisierungsprozess zu beteiligen? Welche Rolle spielen bürgerliche und radikale ProtestakteurInnen in diesem Demokratisierungsprozess? Und was ist, wenn diese innerhalb der Protestbewegung gegeneinander, aber für das gleiche Ziel kämpfen? Wie sähe eine demokratisch und ökologisch gerechte Naturaneignung in der Utopie aus?