Stephan Schurig

Geschlechterkonstruktionen in der Geographie – Eine Diskursanalyse deutschsprachiger wissenschaftlicher Fachlehrbücher von 1990 bis 2015

In diesem Beitrag möchte ich mithilfe der Ergebnisse meiner Diskursanalyse exemplarisch die diskursiven Herstellungen geschlechterspezifischer Wissensordnungen durch machtvolle Narrationen in wissenschaftlichen Lehrbüchern der deutschsprachigen Geographie zwischen 1990 und 2015 analysieren und rekonstruieren. Mit der Verknüpfung von Ansätzen der Geschlechter-, der Diskurs und einer bisher kaum existierenden Lehrbuchforschung soll dieses Desiderat beleuchtet werden. Von insgesamt 146 Lehrbüchern der Geographie wurden in der Fallauswahl sieben Lehrbücher der Agrargeographie, elf der Bevölkerungsgeographie und eines der ‚Entwicklungs’geographie untersucht. In meiner empirischen Arbeit untersuche ich, welche geschlechterspezifischen Wissensordnungen in der Geographie als hegemonial betrachtet werden können und welche Veränderungen durch (queer-)feministische und genderspezifische Theorien, Ansätze und Perspektiven zu verzeichnen
sind. Im Zuge eines intersektionalen und post- bzw. contrakolonialen Anspruchs der Diskursanalyse werden außerdem die rassistischen Sprachverwendungen sowie insbesondere die bevölkerungsgeographischen ‚Rassen’theorien herausgestellt.