David Ullrich

Green Growth & Degrowth – Konflikt oder Ergänzung?

Das Ziel dieser Veranstaltung ist eine offene Diskussion über den Konflikt zwischen Green Growth- und Degrowth-Ansätzen. Während Green Growth vor allem von hochrangigen politischen Akteuren (UN, EU, Regierungen) gefordert bzw. gefördert wird und aus verschiedenen Gründen große Unterstützung erfährt, sind Degrowth-Ansätze immer noch unpopulär und eher eine politische (sowie wissenschaftliche) Randerscheinung. Die Vorteile eines Green-Growth-Ansatzes für Entscheidungsträger liegen auf der Hand: Wenn wirtschaftliches Wachstum als Ziel nicht in Frage gestellt wird und mehr das wie als das warum im Zentrum steht, bleibt man innerhalb der existierenden Abläufe handlungsfähig. Degrowth hingegen stellt existenziellere Ansprüche: Nicht nur anders, sondern weniger produzieren; Alternativen zum aktuellen Wirtschaftssystem suchen. Dieser Konflikt äußert sich nicht nur in Bezug auf die divergierende Logik der Ansätze, sondern auch bezüglich der Richtung der angestrebten Transformation: Green Growth als Top-down-, Degrowth als Bottom-up-Ansatz.
Diskutiert werden kann neben den Unterschieden und Konflikten der Ansätze auch die Frage, ob sie grundsätzlich unvereinbar sind, oder ob es auch Gemeinsamkeiten gibt, die einer näheren Betrachtung unterzogen werden können. Wie sähe Forschung aus, die beide Ansätze vereinen könnte? Welche Disziplinen sind dafür von Nöten? Findet man einen gemeinsamen Nenner, oder verliert man sich in diffusen Argumentationen? Je nach Verlauf der Diskussion ergibt sich so eventuell das Potential zu einer gemeinsamen Schreibwerkstatt zu dem Thema.