Segregation

Integration durch Segregation?
22.04.15 | 19 Uhr | Paradox | Vortrag mit: Prof. Dr. Walter Siebel

Vortrag Walter SiebelArmut, Arbeitslosigkeit, prekäre Wohnungs- und Lebensrealitäten nehmen in immer neu identifizierten Problembezirken zu, während in aufgewerteten Quartieren sozial Ausgegrenzte aufgrund steigender Mieten verdrängt werden. Die Möglichkeit soziale Distanzen in räumliche umzusetzen, steht nicht allen Personen gleichermaßen zur Verfügung. Ethnisch-kulturelle Segregation wird medial wie politisch als Indikator für Problembezirke und als Integrationshindernis gewertet. Akteur_innen der sozialen Bewegungen tendieren häufig dazu, Segregation als Folge von Verdrängung zu problematisieren und schließen sich den gängigen Konzepten der durchmischten Quartiere an.

Die soziale Entmischung der Bevölkerung wird in der heutigen Bundesrepublik im Wesentlichen auf soziale Ungleichheiten und ethnisch-kulturelle Differenzen zurückgeführt. Doch ist in der Praxis überhaupt eine sozioökonomische von einer ethnisch-strukturellen Segregation zu unterscheiden?

Prof. Dr. Walter Siebel:
lehrte von 1975 bis zu seiner Emeritierung als Professor für Soziologie an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und war Leiter der Arbeitsgruppe Stadtforschung.